Österreichs Aquakultur-Dachverband tagte am Institut für Gewässerökologie und Fischereiwirtschaft

Branchenvertreter der Fischereiwirtschaft und Aquakultur aus ganz Österreich tagten am 6. Juli 2021 am Institut für Gewässerökologie und Fischereiwirtschaft des Bundesamtes für Wasserwirtschaft (BAW) in Scharfling am Mondsee.

Der Österreichische Verband für Fischereiwirtschaft und Aquakultur (ÖVFA) hielt hier seine Mitgliederversammlung ab. Die Mitglieder bestätigten einstimmig den seit 2018 amtierenden DI Markus Payr aus Kärnten als Bundesobmann. „Mit Payr steht daher auch für die kommende Funktionsperiode von vier Jahren wieder ein ausgewiesener und über die Landesgrenzen hinweg anerkannter Fachexperte an der Spitze“, so Verbandsgeschäftsführer Leo Kirchmaier über die sehr gute Zusammenarbeit. Die österreichweite Dachorganisation besteht seit dem Jahr 2009 und vereinigt alle traditionellen Fischerei-Sparten Österreichs unter einem Dach. Das sind der Verband Österreichischer Forellenzüchter, die beiden Teichwirteverbände Niederösterreich und Steiermark sowie die Österreichischen Seenfischer. Als neues Mitglied wurde in der Mitgliederversammlung die ARGE Biofisch ebenso einstimmig aufgenommen.

Auf EU-Ebene wirkt der ÖVFA im EU Aquakulturbeirat mit. Hier wurden kürzlich Empfehlungen zu den Ökosystemdienstleistungen der Aquakultur veröffentlicht. „Mehr und mehr werden diese erbrachten Leistungen etwa von Fischteichen auch im Hinblick auf eine klimafitte Landschaft auf Behördenebene erkannt“, berichtet ÖVFA-Geschäftsführer Kirchmaier bei der Sitzung. Auch die Auswirkungen der Coronapandemie waren eines der besprochenen Hauptthemen. Der Branche ist es gelungen, die Ausfälle von Gastronomie/Hotellerie zumindest teilweise durch einen gestiegenen Detailverkauf zu kompensieren. Dadurch ergeben sich aber auch neue Investitionen, die getätigt werden müssen, etwa im Segment des Online-Fischversandes. Diskutiert wurde auch, wie eine Stärkung der heimischen Fischereiwirtschaft und Aquakultur und eine nachhaltige Steigerung der heimischen Fischproduktion gelingen kann. Um den geringen Selbstversorgungsgrad von 7 % zu heben braucht es aus Branchensicht insbesondere die Ausgestaltung effektiver Förderinstrumente für die bäuerliche Fischzucht, rasche Anpassungen an den Klimawandel, entbürokratisierte Behördenverfahren und eine zielgerichtete Öffentlichkeitsarbeit für Fisch aus heimischer Aquakultur.

Im Anschluss an die Versammlung fanden Fachgespräche mit dem BAW und die Vorstellung des BAW Direktors Dr. Peter Strauß statt. Die fruchtbaren Gespräche über eine zukünftig intensivierte Zusammenarbeit zwischen BAW und der ÖVFA Branchenvertretung wurden mit einer Führung durch die Fischzucht des BAW in Kreuzstein abgerundet. Aus Sicht des Institutes war dies eine gute Gelegenheit des gegenseitigen Austausches und Kennenlernens, worüber wir uns sehr gefreut haben.

Veröffentlicht am 19.07.2021

Kontakt

Österreichischer Verband für Fischereiwirtschaft und Aquakultur Wiener Straße 64
3100 St.Pölten
Webseite