Umwelt-DNA (eDNA) Projekt

Umwelt-DNA (eDNA) als ergänzender Beitrag zur Bewertung des fischökologischen Zustands nach EU WRRL in Österreich

Seit 2006 wurde in hunderten Gewässern Österreichs der fischökologische Zustand mittels Fisch Index Austria (FIA) bewertet. Diese Bewertung nach EU WRRL hat weitreichende Auswirkungen für die weitere Umsetzung dieser Richtlinie in Österreich. Da Maßnahmen zur Verbesserung des ökologischen Zustands/Potentials von Gewässern, wie z.B. Fluss- Renaturierungen, sehr kostenintensiv sind, ist eine möglichst vollständige und solide Datengrundlage zur Einstufung der Gewässer von großer Bedeutung. Für den FIA wird vorrangig die Elektrobefischung zur Datengewinnung verwendet. Methodisch bedingt, sinkt die Aussagekraft von Elektrobefischungen in tieferen und größeren Gewässern, auf Grund der limitierten Wirkung des elektrischen Feldes. Auch ergänzende Befischungsmethoden, wie z.B. elektrifiziertes Bodenschleppnetz, Treibnetz, Legeleinen, Multimaschen Netze und Echolotaufnahmen sind Personal- und Kosten intensiv, schädigen teilweise die gefangenen Fische und können die bestehenden Datendefizite bei der Darstellung der Fischzönose nicht immer vollständig beheben.

Die Verwendung der eDNA, d.h. die Analyse von Fisch- DNA aus Wasserproben, als ergänzende, nicht invasive Methode erscheint sinnvoll, da die Probennahme einerseits sehr rasch und kostengünstig mit wenig Personaleinsatz erfolgt, eine höhere Detektionswahrscheinlichkeit für seltene, oft bedrohte Fischarten aufweist und deren Analyse Methoden ständig verfeinert werden. Darüber hinaus ist es sehr wahrscheinlich, dass diese Methode neben einem verbesserten Arten- Nachweis, mittels quantitativer eDNA auch robuste Daten zur Fischdichte und Fischbiomasse, zwei essenzielle Parameter in der Bewertung nach FIA, liefern kann. Ziel dieses Projekts ist die Eignung von eDNA als eine potenzielle, zusätzliche Methode für die Beurteilung des fischökologischen Zustands nach EU WRRL in Österreich zu untersuchen und sowohl deren Möglichkeiten als auch Limitationen darzustellen. Dazu sollen vergleichende Probennahmen, d.h. gleichzeitige traditionelle Elektro-Befischungen und eDNA Probennahmen, an ausgewählten Fließgewässern, sowie an einem See in Österreich durchgeführt werden. Mit diesen Untersuchungen wird das Potential dieser neuen Methode der Fischbestandserhebung evaluiert, um in weiterer Folge als mögliche zusätzliche Methode bei der Beurteilung des fischökologischen Zustands in Österreich zum Einsatz zu kommen.

Das Projektteam besteht aus Mitarbeitern der Abteilung I/2 (Nationale und Internationale Wasserwirtschaft, BMLRT) und Fachexperten des Ingenieurbüros Profisch, die fachliche Leitung und Koordinierung liegt bei Mag. Vinzenz Bammer aus der Abteilung Gewässerökologie des BAW-IGF.

Veröffentlicht am 16.05.2022

Kontakt

Mag. Vinzenz Bammer Abteilung Gewässerökologie
Scharfling 18
5310 Mondsee
Österreich