Das IWB auf der European Researchers‘ Night 2022 / Wien

Das IWB nahm am 30.9.2022 wieder als Aussteller an der European Researchers‘ Night in der Universität für angewandte Kunst teil. Durch eigenes Experimentieren in zwei kleinen Versuchsrinnen konnten Besucher:innen ihre eigenen Vorstellungen von einem lebendigen Gewässer umsetzen und sich darüber informieren, wie sich Flussläufe bei Eingriffen durch den Menschen verändern.

Am 30.09.2022 fand nach langer Corona-bedingter Pause die European Researchers‘ Night zum Motto “exploResearch” an den Standorten Wien, Salzburg und Innsbruck wieder in Präsenz statt. Als Standort in Wien wurde erneut das schöne Ambiente der Universität für angewandte Kunst genutzt, wo auf 5 Ebenen aufgeteilt rund 220 Forscherinnen und Forscher ihre Arbeiten an 75 Stationen präsentierten.

Innenansicht der Universität für angewandte Kunst mit Austeller:innen auf fünf Ebenen.

Die European Researchers‘ Night verfolgt das Ziel, spannende Einblicke in verschiedenste Bereiche der Forschung und Wissenschaft zu eröffnen und aktiv alle Menschen an Wissenschaft teilnehmen zu lassen. Ein sehr buntes Programm, das von interaktiven wissenschaftlichen Stationen, über Workshops und einem reichhaltigen Entertainment-Programm bis hin zur Werner Gruber Physikshow und dem Science Slam Österreichfinale reichte, diente dazu, vor allem auch Kinder und Jugendliche zum Erleben und Begreifen von Wissenschaft zu ermutigen. Auch das Institut für Wasserbau und hydrometrische Prüfung des Bundesamts für Wasserwirtschaft war wieder mit einem Stand, diesmal zum Thema „Lebendige Flüsse – Lebensraum und Gefahr“, beteiligt.

Stand OG2-TE-01 – Stand des Instituts für Wasserbau und hydrometrische Prüfung / Bundesamt für Wasserwirtschaft

Das Institut für Wasserbau und hydrometrische Prüfung konnte an seiner wissenschaftlichen Station vielen interessierten Besucher:innen einen Einblick in die Arbeiten zum Thema „Natürliche Gewässer und Hochwasserschutz“ geben.

Vor der Besiedelung durch den Menschen hatten die Flüsse viel Platz und oft war der gesamte Talraum Teil des Gewässers. Flüsse konnten ihre natürliche und vom Menschen unbeeinflusste Morphologie ausbilden und zeigten eine große Vielfalt an unterschiedlichsten Lebensräumen mit zum Beispiel großen und kleinen Wassertiefen sowie langsamer und schneller Fließgeschwindigkeit, die Heimat für eine große Vielfalt an Lebewesen bot. Welche Form ein Fluss hat, ob er verzweigt mit vielen Seitenarmen fließt, ob er Mäander bildet und langsam und träge dahinfließt, oder ob er eine ebene Sohle hat, hängt von nur wenigen charakteristischen Parametern ab. Die wichtigsten Parameter sind die Breite des Flussbettes, die Wassertiefe und der Durchmesser der Steine an der Flusssohle. Je nach Verhältniswert kann mit diesen Parametern die sogenannte natürliche Morphologie eines Flusses abgeschätzt werden. Um Siedlungen entlang von Flüssen zu schützen, um Flächen zur landwirtschaftlichen Nutzung zu gewinnen, hat der Mensch immer wieder in die natürliche Morphologie der Gewässer eingegriffen und diese durch Veränderung einzelner Parameter wie zum Beispiel der Breite des Flussbettes verändert. Durch diese Eingriffe ist häufig auch die Vielfalt an Lebensräumen und damit die Vielfalt an Pflanzen und Tieren verloren gegangen. In jüngerer Zeit versucht man daher, monotonen Gewässern wieder mehr Struktur und damit ihre Vielfalt an Lebensräumen zurückzugeben.

Anhand zweier kleiner mit Sand, Steinen und fließendem Wasser gefüllten Versuchs-/Experimentierrinnen konnten junge und jung-gebliebene Besucher:innen selbst ausprobieren, wie sich Flussläufe bei Eingriffen durch den Menschen verändern, und ihre eigenen Vorstellungen von einem lebendigen Gewässer und dem Hochwasserschutz umsetzen. Viele experimentierfreudige Besucher:innen nutzten ausgiebig diese Gelegenheit. Aus diesen Versuchen entstanden interessante Gespräche und überraschende Einsichten in die Gesetzmäßigkeiten der Strömung eines Gewässers, welche Wege sich das Wasser im Schotterbett sucht, wie man die Wasserströmung lenken kann und was bei Hochwasser passiert.

Experimentierfreudige Besucher:innen der European Researchers‘ Night am Stand des Instituts.

Veröffentlicht am 05.10.2022