Langzeit-Klimastudie Seen an Mondsee, Irrsee, Millstätter See, Hallstätter See und Obertrumersee

Im Jahr 2010 startete die Abteilung Seenkunde (Projektleitung) in Kooperation mit den Österreichischen Bundesforsten (ÖBF AG; Hallstätter See und Millstätter See) und später dann auch mit Land Oberöstereich (Mondsee), Land Salzburg (Obertrumer See) und Konsortium Zeller-Irrsee (Irrsee) zum Schwerpunkt Klimawandel eine erweiterte Langzeitstudie (10 Jahre).

Ziel dieser Studie ist es, erstmalig einen detaillierten, hochauflösenden Langzeit-Datensatz österreichischer Seen zu erheben, der es ermöglicht limnologische und fischökologische Veränderungen in Hinblick auf den Klimawandel zu dokumentieren. In der Folge können auch weiter in die Zukunft reichende Prognosen erstellt werden.

In allen fünf Seen wurde an der tiefsten Stelle eine Messboje mit Temperaturdataloggern für eine hochauflösende Temperaturaufzeichnung installiert. Diese Datalogger speichern stündlich die vorherrschende Temperatur in unterschiedlichen Tiefenstufen (1 m Schritte bis 15 m; dann 10 m Schritte) von der Oberfläche bis zum Grund und werden in regelmäßigen Abständen ausgelesen. Darüber hinaus werden zusätzlich zu den regelmäßig untersuchten Parametern (physikalisch-chemisch und Phytoplankton (Algen) laut Gewässerzustandsüberwachungsverordnung) das Zooplankton und der Fischbestand erhoben.

Die Entnahme der Zooplanktonproben erfolgt mit einem Schließnetz in unterschiedlichen Tiefenstufen im Bereich der Boje. Ausgewertet werden die Zooplanktonproben hinsichtlich Abundanz und Biomasse auf Artniveau.

Die Erhebung der Fischbiomasse erfolgte mit einem SIMRAD EK 60 Echolot mit einem 7°x7° composite split beam Schwinger bei einer Arbeitsfrequenz von 120 kHz. Der Schallgeber wird waagrecht mit einem speziellen Haltesystem seitlich am Boot in einer Wassertiefe von 0,2 m befestigt. Die Aufnahmen erfolgen an drei Terminen (Oktober, November und Dezember), wobei die Seen in einem Zick-Zack-Kurs entlang von Quertransekten beschallt werden. Die Aufnahmen werden in der Nacht durchgeführt, wobei die Bootsgeschwindigkeit bei etwa 5 km/h liegt und die Daten kontinuierlich auf der Festplatte eines Laptops gespeichert werden. Mit einem speziellen Computerprogramm werden die Aufnahmen später auf Fischabundanzen und -biomassen ausgewertet. In der Zusammenschau können die Ergebnisse der Studie auch als wichtige Grundlage für fischereiliche Bewirtschaftungsmaßnahem und zur Abschätzung des nachhaltig erzielbaren Ertrages genutzt werden.

Veröffentlicht am 23.10.2017, IGF - Institut für Gewässerökologie und Fischereiwirtschaft