Saalach - Modulrampe (Untersuchung 2004)

Die Saalach an der Grenze zwischen Bayern und Österreich tieft sich laufend ein. In Teilbereichen etwa 5 Meter in den letzten 90 Jahren. Der Fluss schneidet bereits in Feinsedimente ein, was den Eintiefungsprozess weiter beschleunigt.


Das Problem:
Die Saalach an der Grenze zwischen Bayern und Österreich tieft sich laufend ein. In Teilbereichen etwa 5 Meter in den letzten 90 Jahren. Der Fluss schneidet bereits in Feinsedimente ein, was den Eintiefungsprozess weiter beschleunigt. Diese Eintiefung ergibt sowohl wasserwirtschaftlich als auch ökologisch eine Verschlechterung des Gewässersystems (absinkender Grundwasserspiegel, schlechtere Vernetzung des Flusses mit dem Umland).


Randbedingungen für die Planung:
Die wasserwirtschaftlichen und ökologischen Verhältnisse sollen verbessert werden,

  • der bestehende Hochwasserschutz für Siedlungen darf nicht verschlechtert werden,
  • bestehende Energienutzungsrechte dürfen nicht negativ beeinflusst werden,
  • da durch Maßnahmen weiter flussauf in Zukunft mehr Geschiebe zu erwarten ist, ist eine flexible Lösung erforderlich.

Die Lösung:
Mit Rampen soll die Flusssohle gehoben werden. Damit gelingt es den Fluss wieder besser mit dem Umland zu vernetzen. Gleichzeitig werden die Feinsedimente ausreichend mit Kies überdeckt.
Eine Modulrampe besteht aus mehreren unabhängigen Stufen. Abhängig von den morphologischen Randbedingungen wie zum Beispiel dem zeitlich veränderlichen Geschiebeeintrag können einzelne Stufen entfernt oder dazu gebaut werden. Damit sind Modulrampen eine effiziente und nachhaltige Lösung zur Gewässerstabilisierung die leicht zu adaptieren sind.
Wenn die einzelnen Stufen der Modulrampe klein genug gewählt werden, ist der Aufstieg von aquatischen Lebewesen und damit die ökologische Durchgängigkeit des Bauwerks gesichert. Bei entsprechender Ausführung ist das Bauwerk in Fließrichtung auch mit Kanus oder Rafts zu bewältigen und erweitert damit die Freizeitgestaltungsmöglichkeiten am Gewässer.

Der Modellversuch:

Das Bauwerk (Basiskonzept) in Fließrichtung gesehen. Die Steine der Riegel sind nur für den Modellversuch grün gefärbt.

Bemessungsabfluss

Das Lösungskonzept wird in einem Modellversuch auf seine Brauchbarkeit untersucht und weiterentwickelt.
Der Modellversuch wird in Kooperation mit dem Institut für Wasserbau und Ingenieurhydrologie der Technischen Universität Wien durchgeführt. Der Modellmaßstab beträgt 1:30.
Im Modellversuch sollen die hydraulische, ökologische und gestalterische Funktion des Bauwerks einschließlich der Anschlüsse im Ober- und Unterwasser für den sehr hohen Bemessungsabfluss von 1000 Kubikmeter pro Sekunde entwickelt und sicher gestellt werden. Für eine aufgelöste Rampe von rund 3 Meter Höhe ist die Belastung sehr hoch. Derzeit ist das Basiskonzept untersucht. Weitere Experimente befassen sich mit einer verbesserten Gestaltung und ökologischen Funktion bei Niederwasser.

Der Ausführungsvorschlag:
Die Riegel wurden optisch besser gestaltet. Zusätzlich wurde die Rampe flacher gebaut, um die Fließgewässerökologie zu verbessern.

Detail des Bauwerks:
Die grünen Steine sind die Riegel (das Grundgerüst des Bauwerks). Je dunkler die Steine sind, desto schwerer sind sie (bis zu 7 Tonnen).
Zwischen den Riegeln sind Mulden angeordnet, die als Lebensraum im Gewässer dienen und den Fischen den Aufstieg gegen die Strömung erleichten.

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Fotos von der Baustelle an der Saalach

Im Bereich Bruch/Hausmoning wird die erste Rampe errichtet. Die folgenden Fotos vom 13. Jänner 2006 geben einen kleinen Einblick in die Baustelle.

Blick auf die Baustelle vom bayerischen Ufer aus fotografiert

Entfernen der zur Absicherung der Baustelle erforderlichen Stahlspundwand

Strömung über einen bereits fertig gestellten Riegel im Bereich der zukünftigen Fischaufstiegsmöglichkeit

Strömung auf der Rampe in Fließrichtung gesehen

Baustellenplan für den Bau der Rampe

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Fotos nach der Fertigstellung an der Saalach

Luftbild: Endzustand nach Baufertigstellung.

Ansicht der Rampe von österreichischer Seite, Fließrichtung von links nach rechts

Unterwasserbereich mit Kiesbank, in Fließrichtung

Detailansicht der Rampe mit Buhnen am Ufer im Hintergrund

Unterwasseransicht gegen die Fließrichtung

Ansicht der Rampe von bayerischer Seite

Flussansicht vom Oberwasser in Fliessrichtung auf bayerischer Seite

Veröffentlicht am 31.12.2004, IWB - Institut für Wasserbau und hydrometrische Prüfung