Sanierung der Lutz in Ludesch und Thüringen (Vorarlberg)

Das Projekt "Renaturierung der Lutz" hatte zum Ziel den ökologischen Zustand der Lutz unter Beibehaltung der Hochwassersicherheit verbessern. Zur Optimierung der Planung wurde ein wasserbaulicher Modellversuch durchgeführt.

Die Lutz war im Bereich der Ortschaften Ludesch und Thüringen (Vorarlberg) hart verbaut, begradigt und mit einer Reihe von nicht fischdurchgängigen Absturzbauwerken versehen. Diese Art der Flussregulierung ist veraltet, im vorliegenden Fall zusätzlich bereits beschädigt und teilweise sogar von Zerstörung bedroht und behinderte massiv die Wanderung der Organismen im Gewässer. Deshalb wurde für einen 1,6 km langen Abschnitt der Lutz eine Renaturierungsplanung durchgeführt, die zum Ziel hatte, sowohl den Hochwasserschutz der angrenzenden Ortschaften als auch die Gewässerökologie zu verbessern. Im Rahmen dieser Maßnahmen sollten die alten und teils schon erodierten Absturzbauwerke und die durchgehenden Ufermauern vollständig entfernt und durch neue Methoden der Sohl- und Ufersicherung wie

- Aufgelöste Rampen und Offenes Deckwerk zur Sohlsicherung
- Kurzbuhnen zur Ufersicherung
- wiederhergestellte Durchgängigkeit, durchgehende Niederwasserrinne und Belebungssteine zur Verbesserung der Gewässerökologie und des Strukturreichtums

ersetzt werden.


Die Lutz vor der Renaturierung - Hohe Abstürze hindern die Fische am Wandern, die hohen Mauern des hart verbauten Flusses sind in einem schlechten Zustand und behindern den Zugang zum Gewässer.

Am Institut für Wasserbau und hydrometrische Prüfung wurden die geplanten Maßnahmen mittels eines physikalischen Modellversuchs im Maßstab 1:30 überprüft und optimiert. Die Hauptaspekte Stabilität von Gewässersohle und Ufer sowie ausreichender Schutz der Ortsgebiete vor Überflutung bei Hochwasser und die Nachhaltigkeit der Renaturierung müssen gewährleistet werden.

Modell des gewählten Flussabschnitts - Modelllänge 30 m, Modellbreite 2 m

Durch den Modellversuch konnte die Planung optimiert werden. Unter anderem wurde Folgendes erreicht:

  • Reduktion der Baukosten durch Verringerung der Größe und Menge an benötigten Wasserbausteinen
  • Nachhaltige Sicherstellung von Hochwasserschutz sowie Stabilität von Flusssohle und Ufer bis zu einem 500-jährlichen Hochwasser durch Verbesserungen in den Bereichen Uferschutz und Sohlsicherung
  • Gewährleistung der nachhaltigen Verbesserung des ökologischen Zustands des Gewässers (Niederwassermulde, Ufer, geringer Betreuungsaufwand)

In den Winterperioden 2015/16 sowie 2016/17 wurden die Planungen umgesetzt.

Bilder: Fotos der Bauausführung vom 29.04.2016 (1. + 3. + 5. Bilder) und geplantes Projekt im physikalischen Modell 2015 (2. + 4. + 6. Bilder)

AUFTRAGGEBER: Lutzverband Ludesch-Thüringen-Bludesch

Veröffentlicht am 28.02.2017, IWB - Institut für Wasserbau und hydrometrische Prüfung