Fisch des Jahres 2026: Der Schlammpeitzger

Der Schlammpeitzger (Misgurnus fossilis) wurde zum Fisch des Jahres 2026 gewählt. Charakteristisch für den bis zu 30 cm langen Fisch sind sein langgestreckter Körper und die zehn Barteln rund um das unterständige Maul, mit denen er im Schlamm nach Nahrung sucht. Er ist nachtaktiv und bewohnt bevorzugt Lebensraumtypen, die mittlerweile selten geworden sind: die schlammig-sumpfigen Tümpel, Alt- und Seitenarme der Fluss-Auen.
Besonders faszinierend: Der Schlammpeitzger kann zusätzlich über den Darm atmen. Bei Sauerstoffmangel schluckt er Luft, die über den Darm verwertet wird. Diese außergewöhnliche Fähigkeit hat ihm auch seinen ungewöhnlichen Spitznamen eingebracht: „Furzgrundel“.


Wie steht es um den Schlammpeitzger?
In der Roten Liste der Fische Österreichs 2007 wurde er noch als „vom Aussterben bedroht“ eingestuft. Neuere Untersuchungen zeigen zwar, dass sich seine Situation leicht verbessert hat – heute gilt er als „stark gefährdet“. Trotzdem bleibt die Lage ernst: In mehreren offiziellen Berichten wurde der Zustand der Art weiterhin als ungünstig bis schlecht bewertet. Ohne gezielte Schutzmaßnahmen ist eine langfristige Erholung der Bestände nicht zu erwarten.

Durch Flussverbauungen, intensive Landwirtschaft und den Klimawandel stehen dem Schlammpeitzger immer weniger geeignete Lebensräume zur Verfügung. Zentrale Ziele für den Artenschutz sind daher ein besserer Überblick über die tatsächliche Verbreitung, das Verständnis geeigneter Lebensräume sowie die Umsetzung konkreter Schutzmaßnahmen, wie der Dotation von Augewässern und der Stabilisierung der Flusssohle.

Veröffentlicht am 11.02.2026