ADCP Vergleichsmessung am Donaukanal zur Qualitätssicherung von Durchflussdaten

Am 12. und 13. März 2026 wurde an unserem Institut für Wasserbau und hydrometrische Prüfung in Wien-Nußdorf eine umfassende ADCP-Vergleichsmessung durchgeführt. Ziel dieser Veranstaltung war es, die Qualität von Durchflussermittlungen zu überprüfen und weiter zu verbessern. Mit 30 Messgeräten nahmen 67 Fachleute teil, darunter Mitarbeitende der hydrographischen Dienste aller Bundesländer, Vertreter:innen von Universitäten und Kraftwerksbetreibern sowie internationale Gäste.  

Ziel und Bedeutung von Vergleichsmessungen

Moderne ADCP Geräte (Ultraschall-Doppler-Profil-Strömungsmesser) zur Bestimmung der Fließgeschwindigkeit und in weiterer Folge zur Durchflussermittlung lassen sich im Gegensatz zu klassischen Messflügeln nicht im Labor kalibrieren. Um die Qualität der Messdaten dennoch sicherzustellen, haben sich sogenannte Vergleichsmessungen, international auch „Regattas“ genannt, etabliert. Dabei werden Durchflussermittlungen im selben Gewässerabschnitt mit mehreren Geräten durchgeführt und die Ergebnisse im Anschluss ausgewertet. Zeigt die Analyse, dass die Messwerte einzelner Geräte deutlich vom Mittelwert abweichen, ist zu untersuchen, worin die Ursache liegt und ob eine Reparatur des betreffenden Geräts erforderlich ist.

Dieses Vorgehen ermöglicht eine Überprüfung der Gerätefunktion, der eingesetzten Messmethoden und der verschiedenen Ansätze in der Datenverarbeitung. Gleichzeitig fördert es den fachlichen Austausch und stärkt die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Institutionen.

Ablauf der Veranstaltung

Im Rahmen der zweitägigen Veranstaltung wurden:

  • mehrere Messungen pro Gerät unter vergleichbaren Bedingungen durchgeführt
  • unterschiedliche Messmethoden und Herangehensweisen diskutiert
  • Datensätze gemeinsam ausgewertet und auf Plausibilität geprüft
  • Fachvorträge und Diskussionsrunden zu aktuellen hydrometrischen Fragestellungen abgehalten

Die umfassende Auswertung sämtlicher erhobenen Daten wird noch etwas Zeit in Anspruch nehmen. Sie wird jedoch wichtige Erkenntnisse über Unterschiede zwischen Geräten, Messdurchführungen und Auswertungsprozessen liefern und damit einen wesentlichen Beitrag zur Qualitätssicherung von Abflussdaten in Österreich leisten.

Dank an alle Beteiligten

Wir bedanken uns herzlich bei Silke Kainz und Steffen Büchen für die Hauptorganisation sowie beim gesamten Team des Instituts für Wasserbau und hydrometrische Prüfung für die tatkräftige Unterstützung. Ein besonderer Dank gilt außerdem unseren unterstützenden Partnerinstitutionen, darunter Institut für Wasserbau, Hydraulik und Fließgewässerforschung der BOKU, viadonau, Verbund und der Hydrographische Dienst Niederösterreich.

Weiterführende Informationen

Vertiefende Informationen zur Qualitätssicherung in der Durchflussermittlung finden sich in dieser Fachpublikation: springer.com

Veröffentlicht am 14.04.2026

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