Erstes Versuchsszenario im Gail‑Modell zur Flussaufweitung abgeschlossen

Im Wasserbaulabor unseres Bundesamtes wurde in den vergangenen Monaten das erste Versuchsszenario im maßstäblichen 1:40-Modell zur Untersuchung der eigendynamischen Flussaufweitung an der Gail erfolgreich durchgeführt.

In diesem ersten Szenario wurde auf einer Seite die bestehende Ufersicherung entfernt. Zudem wurde bewusst darauf verzichtet, Maßnahmen einzusetzen, die die natürliche Laufentwicklung einschränken könnten. Dadurch konnte sich der Fluss frei aus dem bestehenden Gerinne heraus entwickeln und sein natürliches Veränderungspotenzial entfalten.

Über mehrere Einzelversuche mit Durchflüssen bis hin zu einem 30‑jährlichen Hochwasser wurden damit mehrere Jahrzehnte Gewässerentwicklungen in der Natur nachgebildet.

Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass es sich bei der Gail um einen sehr dynamischen Fluss handelt. Ausgehend von einer geradlinigen Strecke entwickelte sich das Gerinne zu einem Flusslauf mit ausgeprägten Bögen. Die erreichte Aufweitung reicht im Modell bereits bis nahe an die seitliche Randmauer und liegt damit deutlich über dem heute im realen Projektgebiet verfügbaren Raum.

Auf Basis dieser Erkenntnisse wird das Modell nun adaptiert. Im nächsten Schritt werden unterschiedliche Maßnahmen zur Begrenzung der Laufentwicklung untersucht. Ziel ist es, eine naturnahe, eigendynamische Aufweitung zu ermöglichen und diese gleichzeitig innerhalb des verfügbaren Projektkorridors zu halten.

Im Zeitraffer-Video ist die Entwicklung des Flusslaufs eindrucksvoll zu sehen.

Weitere Informationen zu diesem Projekt findest du hier: Eigendynamische Flussaufweitung

Veröffentlicht am 23.03.2026

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