In vielen Flüssen gibt es entweder zu viele Feststoffe oder zu wenige. Mit dem Wort Feststoffe sind Sand und Kies gemeint. Wenn Feststoffe fehlen gräbt sich der Fluss tiefer ein. Wenn zu viele Feststoffe vorhanden sind, wächst das Flussbett nach oben. Beides wollen wir nicht. Mit diesem Projekt suchen wir nach Lösungen, die das Flussbett auf einer bestimmten Höhe halten. Man nennt das Gleichgewicht. Nur so können die Ökologie und der Hochwasser-Schutz funktionieren. Wir werden nicht nur einzelne Abschnitte eines Flusses ansehen, sondern auch ganze Einzugsgebiete.
Viele Fließgewässer weisen entweder ein Feststoffdefizit auf, was beispielsweise zu unerwünschten Sohleintiefungen führt oder einen Feststoffüberschuss mit damit verbundenen Auflandungen und einer Verschlechterung des Hochwasserschutzes. Dieses Ungleichgewicht an Überschuss und Defizit kann im Längsverlauf eines Gewässers mehrmals wechseln. Mit diesem Projekt sollen Methoden entwickelt werden, die zu einem langfristigen, dynamischen Gleichgewicht von Fließgewässern führen und damit vorhandene Nutzungen absichern sowie eine funktionierende Gewässerökologie sicherstellen. Das Hauptaugenmerk wird auf dem Systemverständnis betreffend Feststofftransport und der Wirkung von Maßnahmen auf das Gesamtsystem eines Einzugsgebiets. Ein Einzugsgebiet ist eine Fläche, in der sich das Regenwasser sammelt und dann in Bächen und Flüssen weiter fließt.
Für die Entwicklung von Lösungen werden wir einzelne Flüsse als Beispiele verwenden. Die Ergebnisse des Projekt stehen noch nicht fest. Auf jeden Fall soll eine Leit-Faden entstehen. Das ist ein Buch, in dem genau beschrieben ist, was man tun muss.
Die Projektziele im Detail:
- Nachteilige Auswirkungen durch fehlende oder zu viele Feststoffe verhindern,
- ein Feststoff-Management entwickeln (mit Beispiel-Flüssen)
- Den Transport von Feststoffen in Flüssen besser verstehen
- Maßnahmen zur Lösung von Problemen entwickeln
- Richtlinien für das Feststoff-Management
Wir bearbeiten das Projekt zusammen mit den Wasser-Bau-Verwaltungen der Bundes-Länder, dem Ministerium und einem Ingenieur-Büro.
Auftraggeber: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft