Viele Fließgewässer weisen entweder ein Feststoffdefizit auf, was beispielsweise zu unerwünschten Sohleintiefungen führt oder einen Feststoffüberschuss mit damit verbundenen Auflandungen und einer Verschlechterung des Hochwasserschutzes. Dieses Ungleichgewicht an Überschuss und Defizit kann im Längsverlauf eines Gewässers mehrmals wechseln. Mit diesem Projekt sollen Methoden entwickelt werden, die zu einem langfristigen, dynamischen Gleichgewicht von Fließgewässern führen und damit vorhandene Nutzungen absichern sowie eine funktionierende Gewässerökologie sicherstellen. Das Hauptaugenmerk wird auf dem Systemverständnis betreffend Feststofftransport und der Wirkung von Maßnahmen auf das Gesamtsystem eines Einzugsgebiets.
In erster Linie ist die praxisbezogene Entwicklung von Maßnahmentypen an ausgewählten Pilot-Gewässern vorgesehen. Als Grundlage dafür soll der Entwurf eines Leitfadens zum Feststoffmanagement dienen in dem der bisherige Wissensstand sowohl national als auch international einfließt. Je nach Projektverlauf können - abhängig von den gewonnenen Erkenntnissen – auch die Entwicklung von weiteren praxisbezogenen Standards (Richtlinien) sowie Empfehlungen in Bezug auf z. B. notwendige Grundlagen, rechtliche Anpassungen oder Fördermöglichkeiten Ergebnisse des Projekts sein.
Projektziele:
- Minimierung von nachteiligen Auswirkungen durch Störungen des Feststoffhaushalts
- Gewässerverträgliches Feststoffmanagement (Pilotgewässer)
- Systemverständnis
- Entwickeln von Maßnahmentypen
- Richtlinie Feststoffmanagement (Fernziel)
Die Bearbeitung des Projekts erfolgt in Zusammenarbeit mit den Wasserbauverwaltungen der Bundesländer, dem Ministerium und einem Ingenieurbüro. Unser Institut ist neben der konkreten Bearbeitung von Aufgabenteilen auch im Lenkungsausschuss des Gesamtprojekts vertreten.
Auftraggeber: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft