HydroBOD-Projekte

In weiten Teilen Österreichs traten in den letzten Jahren und Jahrzehnten entlang der großen Vorfluter enorme Schäden durch Abflussereignisse auf. Neben fluvialen Ereignissen, also dem Über-die-Ufer-treten von Gerinnen, gewinnen auch pluviale Überflutungsereignisse, also Hangwassereinwirkungen, an Bedeutung.

Kurzbeschreibung:

Diese Ereignisse werden im Wesentlichen durch ein Zusammentreffen kleinräumig auftretender konvektiver Starkregen und ungenügender Infiltration des Niederschlagswassers in den Boden verursacht.

Neben den klimatischen Rahmenbedingungen, welche sich in Folge des Klimawandels zunehmend verschärfen, wird die Entstehung von Hochwasserabflüssen wesentlich durch die räumliche Verteilung landschaftsbildender Faktoren beeinflusst. Der physikalische Zustand des Bodens, geologisches Ausgangsmaterial, Vegetation, Art und Intensität der Landnutzung bzw. Bewirtschaftung bestimmen dabei wesentlich die Prozesse der Abflussbildung. Der Einfluss dieser Faktoren ist jedoch aus verschiedensten Gründen schwierig zu quantifizieren, Daten dazu liegen in unterschiedlicher Ausprägung vor. Generell jedoch können die Auflösung und der Umfang der Datengrundlagen für weite Teile Österreichs nicht als ausreichend bezeichnet werden, um belastbare Berechnungen des Abflussgeschehens flächendeckend zu ermöglichen. Aus diesem Grund wird für die Projektgebiete eine Kartengrundlage erstellt, die solche Berechnungen ermöglicht. Die Projekttätigkeiten umfassen das Sammeln und Homogenisieren von verfügbaren Daten aus diversen öffentlichen Quellen, das Ergänzen von physikalischen Bodendaten durch gezielte Neubeprobung von Böden mit besonders geringer Datenlage und die Regionalisierung von Punktdaten durch neu zu entwickelnde Auswertefunktionen.

Bei Betrachtung kleiner Räume, so wie sie für das Auftreten pluvialer Hochwasserereignisse von Bedeutung sind, können sich unterschiedliche Abflussprozesse (gesättigter oder ungesättigter Oberflächenabfluss, schneller oder langsamer oberflächennaher Zwischenabfluss, tiefgründiger Zwischenabfluss) überlagern, gegenseitig abschwächen oder verstärken und in Abhängigkeit von Gebietsgrößen auch unterschiedliche Bedeutung aufweisen.

Die Komplexität der Abflussbildung resultiert in einer Vielzahl von Modellansätzen zur Beschreibung des Abflussgeschehens, die Palette reicht hier von einfachen konzeptuellen Ansätzen bis hin zu komplexen physikalisch basierten Prozessmodellen. Unabhängig von der Wahl eines spezifischen Modells zur Ableitung von Abflusskennwerten ist aber die Existenz von flächenhafter Information der wichtigsten Eingangsgrößen notwendig. Dazu gehören vor allem auch Kenntnisse jener Bodeneigenschaften, die die Wasserbewegung im Boden charakterisieren. Eine solche hydropedologisch basierte Bewertung steht im Mittelpunkt dieses Projektes. Als Resultat von HydroBOD sollen für die hydrologische Planung notwendige homogenisierte und standardisierte Kennwerte bodenhydrologischer Parameter in geeigneter räumlicher Genauigkeit und Auflösung für das gesamte jeweilige Projektgebiet zur Verfügung gestellt werden.

Momentan sind Teilprojekte für Oberösterreich und die Steiermark im Auftrag der jeweiligen Länder in Bearbeitung, für Niederösterreich wurde bereits ein Projekt abgewickelt, die Ergebnisse sind unter data.gv.at verfügbar.